Latte Art Tulpe gießen

Eine Tulpe sind mehrere Herzen, übereinander gestapelt. Wenn dein Herz schon eine Kerbe hat, kennst du jede Bewegung, die du brauchst. Neu ist nur, zwischen den Schichten sauber abzusetzen und jede in die vorige zu schieben.

Dunkle Tasse von oben auf hellem Tisch mit einer Latte-Art-Tulpe: drei weiße Schichten ineinander auf einer Linie, auf hellbrauner Crema
Eine saubere Tulpe: drei Schichten auf einer Linie gestapelt, der Stiel gerade durch die Mitte gezogen.

So funktioniert eine Tulpe

Jede Schicht einer Tulpe ist ein kleiner weißer Kreis. Du gießt einen, setzt ab und gießt den nächsten etwas näher bei dir, sodass er in den ersten hineinschiebt und ihn zur Sichel drückt. Das ist die Technik „Schieben und Stapeln“. Am Ende verbindet ein Durchziehen alle Schichten und gibt der Tulpe ihren Stiel.

Du brauchst etwas dünnere Milch als für ein Herz, weil jede Schicht in die vorige fließen muss. Ist deine Milch noch eher dick, lies zuerst, wie du Milch für Latte Art aufschäumst.

Bevor du gießt

  • Milch: glänzend und fließend, etwas dünner als für ein Herz. Schwenk das Kännchen bis zum Moment, in dem du gießt.
  • Tasse: breit und rund, damit die Schichten Platz haben. Neig sie vor der Basis zu dir, genau wie beim Herz.
  • Plan: Leg fest, wie viele Schichten du willst, und stell dir eine gerade Linie durch die Mitte der Tasse vor. Jede Schicht landet auf dieser Linie.
  • Rhythmus: gießen, absetzen, gießen, absetzen. Es im Kopf leise mitzusprechen hilft, die Schichten gleich groß zu halten.

Tulpe gießen Schritt für Schritt

  1. Neig die Tasse zu dir und gieß die Basis aus ein paar Zentimetern Höhe in die Mitte, bis die Tasse knapp halb voll ist. Bleib etwas niedriger als beim Herz, die Schichten brauchen Platz.
  2. Senk den Ausguss etwas hinter der Mitte bis auf die Oberfläche und gieß, bis ein kleiner weißer Kreis erscheint. Das ist deine erste Schicht.
  3. Setz sauber ab, indem du das Kännchen etwas anhebst und zurückkippst. Nicht durchziehen.
  4. Senk den Ausguss wieder, direkt vor der ersten Schicht, näher bei dir, und gieß. Der neue Kreis schiebt in den ersten hinein und drückt ihn nach vorne.
  5. Setz wieder ab, genauso. Wiederhole das für eine dritte und, wenn Platz ist, eine vierte Schicht, jede etwas näher bei dir.
  6. Richte die Tasse mit jeder Schicht langsam auf, damit die Oberfläche breit bleibt.
  7. Gieß die letzte Schicht als kleines Herz, dann heb das Kännchen an, mach den Strahl dünn und zieh in einer geraden Linie durch alle Schichten bis zum anderen Rand.
Gießen, absetzen, näher bei dir gießen: Jeder Schub schiebt die Schichten nach vorne. Der rosa Ring zeigt, wo die Milch auftrifft.

Fang mit zwei Schichten an. Wenn sie sauber auf einer Linie sitzen, kommt die dritte dazu.

Typische Fehler

  • Die Schichten verschmelzen zu einem Klecks

    Warum

    Der Fluss stoppt zwischen den Schichten nie richtig, oder die Milch ist zu dick, um geschoben zu werden.

    So behebst du es

    Setz klar ab, indem du das Kännchen anhebst und zurückkippst, und zieh etwas weniger Luft in die Milch.

  • Die Schichten wandern zur Seite

    Warum

    Der Ausguss setzt neben der Mittellinie an, oder die Tasse dreht sich beim Gießen.

    So behebst du es

    Leg dir eine Linie durch die Mitte der Tasse zurecht und setz jede Schicht darauf. Halt die Tasse still und beweg nur das Kännchen.

  • Schichten tauchen ab und werden nicht weiß

    Warum

    Der Ausguss ist beim Ansetzen einer Schicht zu hoch, also taucht der Schaum unter die Crema.

    So behebst du es

    Bring den Ausguss vor jeder Schicht wieder ganz an die Oberfläche. Die Höhe zwischen den Schichten ist so wichtig wie das Absetzen.

  • Kein Platz für die letzten Schichten

    Warum

    Die Basis war zu hoch, also ist die Tasse nach zwei Schichten voll.

    So behebst du es

    Hör mit der Basis früher auf und halt jede Schicht klein. Die letzte kannst du immer noch größer machen.

  • Der Stiel ist schief oder zieht die Schichten mit

    Warum

    Das Durchziehen ist zu langsam, zu tief oder nicht gerade.

    So behebst du es

    Heb das Kännchen vor dem Durchziehen an, mach den Strahl dünn und zieh schnell in einer geraden Linie. Es ist dasselbe Durchziehen wie beim Herz, siehe warum dein Herz zum Klecks wird.

Nach der Tulpe

Eine saubere Tulpe bringt dir Kontrolle über das Absetzen und den Schub. Das nächste Muster, die Rosetta, ist dagegen ein durchgehender Guss mit einem Wackeln von Seite zu Seite. Bleib aber ruhig noch eine Weile bei der Tulpe: Je sauberer deine Schichten sitzen, desto leichter fällt dir später die Rosetta, weil du Höhe und Fluss dann schon sicher im Griff hast.

Häufige Fragen

Wie viele Schichten sollte eine Tulpe haben?

Fang mit zwei oder drei an. Mehr Schichten brauchen dünnere Milch, kleinere Kreise und mehr Platz in der Tasse. Saubere, gleichmäßige Schichten sind wichtiger als ihre Anzahl.

Ist eine Tulpe schwerer als eine Rosetta?

Für die meisten Anfänger kommt die Tulpe zuerst, weil sie direkt auf dem Herz aufbaut. Die Rosetta braucht ein durchgehendes Wackeln, und das ist eine neue Bewegung.

Warum sind meine Tulpen-Schichten unterschiedlich groß?

Weil du jede unterschiedlich lange gießt. Zähl beim Gießen leise mit, damit jede Schicht ungefähr gleich viel Milch bekommt, und halt die letzte klein.

Warum landet meine Tulpe am Tassenrand?

Jede neue Schicht schiebt die vorigen nach vorne. Setzt die erste Schicht zu weit vorne an, wird die Tulpe bis an den Rand geschoben. Setz die erste Schicht näher an der Mitte an.